… aus den Erfahrungen anderer lernen: der Unfall mit dem Seekajak

Erlebnis oder Erholung? Das Seekajakfahren an Deutschlands Küsten erlaubt beides. Allerdings kann die „Erholungstour“ ganz schnell zur ungewollten „Erlebnistour“ werden, wenn das Wetter umschlägt oder der Seegang zunimmt.

Das gefahrlose Seekajakfahren setzt sehr viel Wissen, Kraft und ein intensives Training zum Beispiel der Selbstrettungstechniken wie des „Stützens“ und der Wiedereinstiegstechniken voraus. Auch weil sich nicht immer alle Kajakfahrer daran halten, sind Meldungen wie diese aus dem Jahr 2016 zu lesen:

Kajakfahrer an Rügens Nordküste aus Gefahr befreit

Zwei Kajakfahrer sind am Sonntagnachmittag an Rügens Nordküste bei starken nordwestlichen Winden in Gefahr geraten. Das glückliche Ende ihrer Tour verdanken sie der reibungslosen Zusammenarbeit der Seenotretter mit einem Forschungs- und einem Bundespolizeischiff. Zwei DGzRS-Rettungseinheiten waren gemeinsam mit den Behördenfahrzeugen im Einsatz.

Gegen 14.45 Uhr erfuhren die Seenotretter, dass vor Lohme ein Kajak gekentert und der Fahrer außenbords gefallen war. Bei bis zu anderthalb Metern Seegang gelangte er nicht mehr in sein offenes Boot zurück. Seine Begleiterin, die mit einem eigenen, zweiten Kajak unterwegs war, hatte über Handy den Notruf gewählt. Gemeinsam waren die beiden in Vitt (Halbinsel Wittow) gestartet und wollten durch die Bucht Tromper Wiek nach Lohme (Halbinsel Jasmund).

Die SEENOTLEITUNG BREMEN der DGzRS alarmierte die Freiwilligen-Besatzung des Seenotrettungsbootes KURT HOFFMANN aus Glowe und den derzeit in Sassnitz stationierten Seenotrettungskreuzer HANNES GLOGNER. Außerdem informierten die Seenotretter über Seefunk die gesamte Schifffahrt im Revier.

Als erstes Fahrzeug erreichte das Forschungsschiff „Elisabeth Mann Borgese“ den Unfallort. Der über Bord gegangene Kajakfahrer hatte sich unterdessen schwimmend an den Strand nordöstlich von Lohme retten können. Mit einem Schlauchboot gingen Besatzungsmitglieder des Forschungsschiffes an der flachen Küste auf Standby, bis nur wenige Minuten später die KURT HOFFMANN eintraf.

Die freiwilligen Seenotretter nahmen die unterkühlte und unter Schock stehende Kajakfahrerin an Bord. Die Besatzung der HANNES GLOGNER kümmerte sich um die beiden Kajaks. Ein medizinisch besonders ausgebildeter Rettungsmann versorgte die Frau auf der KURT HOFFMANN.

Sind Sie beim Seekajakfahren auch schon in eine gefährliche Situation geraten? Dann lassen Sie andere daraus lernen und laden Sie Ihren Text hier hoch.